Innovation in der Region

04.04.2017 | Autor: Timo Schaffrath

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze war zu Gast bei der CSB-System AG

Svenja Schulze liebt Innovationen, daran besteht kein Zweifel. Am Montag informierte sich die nordrhein-westfälische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Innovation bei CSB über neueste Entwicklungen in der industriellen Bildverarbeitung und die „intelligente Kommissioniermethode von morgen“. Dass sie sich bei dem Pick-by-Hologram genannten Verfahren eine Datenbrille aufsetzen musste, machte ihr nichts aus. Im Gegenteil: „Die Brille stört ja überhaupt nicht. Absolut praxistauglich!“, sagte sie zum CSB-Firmengründer und Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Schimitzek.

Ohnehin stand die Kopplung von Wissenschaft und Praxis an diesem Abend in der Entwicklungszentrale des Softwareunternehmens CSB-System im Fokus. Es ging um innovative Hochschulkonzepte und die Zukunft des Lernens. Hochschulvertreter, lokale SPD-Politiker, CSB-Mitarbeiter und die Ministerin diskutierten über die Bedeutung der akademischen Ausbildung für Unternehmen und Gesellschaft. Wie schaffen wir den wechselseitigen Austausch zwischen Hochschulen, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft? Wie stärkt man die Hochschulen im regionalen Innovationssystem? Und wie lässt sich der Ideen-, Wissens- und Technologietransfer strategisch weiterentwickeln? Fragen, die sich auch die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellt. Schulze ist überzeugt: „Die Flexibilisierung der wissenschaftlichen Ausbildung ist extrem wichtig. Weiterbildende Studiengänge werden im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger. Das Lernen hört doch heutzutage nicht mit 25 oder 30 auf. Wir müssen lebenslang lernen, um einen fruchtbaren Boden für Innovationen zu schaffen.“ Allerdings, und darauf weist sie mit Nachdruck hin, seien deutsche Hochschulen flächendeckend nicht so organisiert, dass Studienwillige neben der Arbeit studieren könnten. „Da muss unbedingt etwas passieren, damit Unternehmen ihre Mitarbeiter auch akademisch qualifizieren können.“

In Geilenkirchen studieren
Dr. Peter Schimitzek sieht das genauso. Seit zwei Jahren ist die CSB-System AG deshalb offizieller Hochschulstandort der Rheinischen Fachhochschule Köln. In Geilenkirchen bietet man die Studiengänge „Wirtschaftsinformatik“ und „Betriebswirtschaftslehre (Business Administration)“ an. Die Studiengänge werden mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science“ bzw. „Bachelor of Arts“ abgeschlossen. Das Angebot richtet sich an Abiturienten, Fachabiturienten, Auszubildende oder bereits Berufstätige.

CSB ist allerdings nur ein Partner der Fachhochschule Köln am Standort Geilenkirchen.
Unternehmen jeder Branche und Größe im Einzugsgebiet des Kreises Heinsberg, die ihre Mitarbeiter gezielt fördern oder einen Ausbildungsplatz mit angeschlossenem Studium anbieten möchten, können ihre Mitarbeiter zum Studium bei CSB einschreiben. Die Vorlesungen finden zwei Mal wöchentlich (abends) sowie samstags in den CSB-Räumlichkeiten statt. Das Studium der Wirtschaftsinformatik bereitet auf die digitale Gestaltung der Geschäftsmodelle in Unternehmen vor. Das BWL-Studium hingegen bietet eine fachlich breite Ausbildung, um wirtschaftliche Strukturen beurteilen zu können.

Prof. Dr. Martin Wortmann, Präsident der RFH Köln: „Mit diesem Konzept greifen wir der Politik, der Verwaltung und auch den heimischen Betrieben unter die Arme. Und das müssen wir auch, denn sonst werden zukünftig die ländlichen Regionen noch mehr unter dem demographischen Wandel leiden.“ Schimitzek, selbst jahrelang aktives Mitglied in einem Hochschulrat, ergänzte: „Wir wollen verhindern, dass wir engagierte Kräfte an die größeren Städte verlieren. Wir geben ihnen die attraktive Möglichkeit, hier in der Region zu bleiben und zu studieren. Sie müssen keine weiten Strecken fahren oder gar umziehen.“

Innovation als Leitgedanke
Das Thema Innovation hat bei CSB Tradition. Das Unternehmen gilt als Software-Vorreiter in der internationalen Nahrungsmittelbranche und hat viele bahnbrechende Entwicklungen hervorgebracht. Den CSB-Imager-Meater etwa, der zur Klassifizierung von Schlachtschweinen eingesetzt wird. „In Frankreich haben wir mit diesem System einen Marktanteil von 85 Prozent. Auch in Spanien, Italien, den Niederlanden, Belgien und Russland sind wir damit sehr erfolgreich.“ Oder die erste IT-gesteuerte Rezepturoptimierung, von der sein Doktorvater damals zunächst nicht so recht überzeugt war. Schimitzek ließ sie trotzdem entwickeln und hatte mit Meica sofort einen Großkunden, bis heute. Viele weitere CSB-Kunden auf der ganzen Welt folgten.

Warum er das inzwischen 600 Mitarbeiter starke, global agierende Unternehmen in Geilenkirchen gegründet habe und nicht in Köln, Düsseldorf oder Dortmund, wollte Svenja Schulze am Ende noch wissen. „Ich mag die Region und konnte mich einfach nicht loseisen. Und innovativ kann man doch überall sein.“

 

Nachricht
Schreiben Sie uns Ihre Fragen oder Anregungen.
E-Mail
Schreiben Sie uns direkt eine E-Mail.
CSB-Standorte
Wir haben über 30 Standorte weltweit.
Telefon
Wir sind auch telefonisch für Sie da.
Kontakt